LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte

07.12.2018 / 18:25 Uhr

Der Markt-Überblick am Abend, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ AKTIENMÄRKTE (18:21 Uhr) +++++

INDEX             Stand      +-%  +-% YTD 
EuroStoxx50    3.058,53   +0,41%  -12,71% 
Stoxx50        2.828,92   +0,78%  -10,98% 
DAX           10.788,09   -0,21%  -16,49% 
FTSE           6.778,11   +1,10%   -9,96% 
CAC            4.813,13   +0,68%   -9,40% 
DJIA          24.564,89   -1,53%   -0,62% 
S&P-500        2.655,52   -1,50%   -0,68% 
Nasdaq-Comp.   7.044,95   -1,99%   +2,05% 
Nasdaq-100     6.688,75   -2,19%   +4,57% 
Nikkei-225    21.678,68   +0,82%   -4,77% 
EUREX             Stand  +-Ticks 
Bund-Future      163,25 
 

+++++ ROHSTOFFMÄRKTE +++++

ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         53,61      51,49  +4,1%     2,12   -7,2% 
Brent/ICE         62,70      60,06  +4,4%     2,64   -0,4% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.244,93   1.237,77  +0,6%    +7,16   -4,5% 
Silber (Spot)     14,56      14,47  +0,6%    +0,09  -14,0% 
Platin (Spot)    788,60     789,00  -0,1%    -0,40  -15,2% 
Kupfer-Future      2,75       2,74  +0,3%    +0,01  -18,0% 
 

Die Ölpreise legten deutlich zu. Beim Opec-Treffen in Wien hat sich Kartell mit Russland auf ein Abkommen zu einer Förderdrosselung geeinigt, um die globale Ölschwemme einzudämmen. Die Gespräche hatten Anfang dieser Woche gestockt, als sich Saudi-Arabien und Russland nicht über eine Lastenverteilung der Kürzung einigen konnten. Obwohl Russland kein Opec-Mitglied ist, haben die Saudis darauf bestanden, dass Moskau an dem Treffen teilnimmt. Der Umfang der jetzt vereinbarten Senkung liegt im Rahmen der Schätzungen des Marktes. Der Goldpreis als "sicherer Hafen" legt weiter zu.

+++++ FINANZMARKT USA +++++

Die Wall Street hat nach einem wenig veränderten Start bis zum Mittag deutlich ins Minus gedreht. Vor allem die Sorgen wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China drücken wieder auf den Markt, dies zumal die Anleger vor dem Wochenende in der aktuell nervösen Stimmung gerne ihr Risiko minimieren. Am Vortag hatten sich die Indizes deutlich von ihren Tagestiefs erholt, ausgelöst von Spekulationen über einen weniger aggressiven Zinserhöhungskurs der US-Notenbank. Der nach den jüngsten Aussagen von Fed-Mitgliedern mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht für November blieb hinter den Erwartungen zurück. So wurden außerhalb der Landwirtschaft 155.000 Stellen geschaffen, während Ökonomen mit einer Zunahme um 198.000 gerechnet hatten. Für etwas Entspannung sorgt, dass der US-Kongress ein zweiwöchiges Ausgabengesetz beschlossen hat, so dass nun ein drohender teilweiser Shutdown der Regierungstätigkeit am Wochenende vermieden wird. Unter den Einzelwerten legen Broadcom zu. Der Chip-Hersteller hatte für das vierte Geschäftsquartal einen Nettogewinn von 1,12 Milliarden Dollar vermeldet, verglichen mit 532 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. In seinem Ausblick erwartet das Unternehmen ein weiteres Geschäftsjahr mit zweistelligem Umsatzwachstum.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR ++++++

Es stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an.

+++++ FINANZMÄRKTE EUROPA +++++

Europas Börsen haben ihre Tagesgewinne zum Wochenausklang wieder abgegeben, der DAX rutschte sogar ins Minus. Sah es zunächst nach einer deutlicheren Erholung aus, kamen die Kurse am Nachmittag mit der erneut sehr schwachen Wall Street wieder unter Druck. Der DAX litt zusätzlich unter den deutlichen Abgaben der Fresenius-Aktie. Im Gegenzug wurde der Euro-Stoxx-50 von den kräftigen Gewinnen der Ölwerte gestützt, nachdem sich die Opec auf eine Fördermengenkürzung geeinigt hatte. Der deutsche Leitindex rutschte unter die wichtige Marke von 10.800 Punkten. Dagegen hatte der schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht kaum Auswirkungen. Etwas in den Hintergrund gedrängt wurde der Handelsstreit zwischen den USA und China, der am Vortag mit der Festnahme der Finanzchefin von Huawei erneut eskaliert war. Zu einem kräftigen Sprung kam es bei den Ölpreisen. Die Opec und Russland haben sich auf ein Abkommen zu einer Förderdrosselung geeinigt, um die globale Ölschwemme einzudämmen. Die Ölwerte in Europa setzen sich mit einem Plus von 2,2 Prozent an die Spitze der Kursgewinner. BP stiegen um 2,3 Prozent und Royal Dutch Shell um 2,6 Prozent. Ein Kursdebakel erlebten die Aktien der Fresenius-Familie. Der Kurs von Fresenius brach um 17,7 Prozent ein, der Kurs der Tochter FMC fiel um 8,5 Prozent. Die Kursverluste am Markt hätten Anleger in die vermeintlich sicheren Gesundheitswerte getrieben, daher flöhen sie nun in Scharen, erklären Händler den Kurseinbruch. Denn Fresenius wird wohl die eigenen Mittelfristziele verfehlen.

+++++ DEVISEN +++++

DEVISEN   zuletzt   +/- %  Fr, 9:54  Do, 17:42   % YTD 
EUR/USD    1,1386  +0,08%    1,1380     1,1366   -5,2% 
EUR/JPY    128,31  +0,05%    128,39     127,76   -5,2% 
EUR/CHF    1,1295  +0,02%    1,1298     1,1288   -3,6% 
EUR/GBP    0,8947  +0,50%    0,8923     0,8904   +0,6% 
USD/JPY    112,71  -0,02%    112,83     112,41   +0,1% 
GBP/USD    1,2725  -0,45%    1,2754     1,2768   -5,8% 
Bitcoin 
BTC/USD  3.253,25  -9,23%  3.352,75   3.612,24  -77,4% 
 

Der Dollar geriet mit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten kurzzeitig unter Druck. Im Gegenzug kletterte der Euro bis auf ein Tageshoch bei 1,1416 Dollar. Anschließend konnte der Greenback einen Teil der Abgaben aber wieder aufholen. Dass die Zinserhöhungserwartungen in den USA zuletzt einen Dämpfer erhalten haben, hat den Dollar bislang weitgehend kalt gelassen.

+++++ FINANZMÄRKTE OSTASIEN +++++

Nach einer zweitägigen Talfahrt haben sich die Börsen in Asien und Australien stabilisiert und mehrheitlich mit moderaten Aufschlägen gezeigt. Gestützt wurde die Stimmung am Freitag von der Kursentwicklung in den USA. Dort hatten sich die Börsen im späten Handel kräftig von den Tagestiefs erholt und damit den Schock um die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou weitgehend weggesteckt. Zwar ließ der Handelsstreit USA/China die Anleger weiter nicht los, doch verschob sich der Fokus zunächst auf die US-Geldpolitik. Von dort gab es taubenhafte Signale, die auch an den asiatischen Börsen wirkten. Der Präsident der Federal Reserve von Atlanta, Raphael Bostic, signalisierte zwar, dass die Fed die Zinsen weiter erhöhen sollte, sah die Zinsen mittlerweile aber auch in "Rufweite" eines neutralen Niveaus. Doch ohne Lösung des Handelsstreits bleibe die Stimmung insgesamt angeschlagen und es bestehe wenig Aussicht auf eine echte Erholung von der Talfahrt der vergangenen Wochen, hieß es im Handel. Der japanische Aktienmarkt baute seine Gewinne im Sitzungsverlauf aus, befeuert vom Devisenmarkt. Denn parallel zu den steigenden Aktiengewinnen gab der Yen nach. Die chinesischen Börsen hinkten der regionalen Entwicklung hinterher. Die Huawei-Schlagzeilen seien noch nicht abgeschüttelt, hieß es.

+++++ UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 13.30 UHR +++++

Bayer veröffentlicht Studien zu Glyphosat

Der Chemiekonzern Bayer hat am Freitag die Zusammenfassung von mehr als 300 Studien zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat online gestellt. Die Veröffentlichung ist Teil der Transparenz-Initiative des Konzerns, wie Bayer mitteilte. "Das Vertrauen in die wissenschaftliche Integrität des Pflanzenschutzes ist für uns von zentraler Bedeutung", erklärte Vorstandsmitglied Liam Condon.

Dt Post: Streetscooter-Einstiegsmodell zugelassen für Serienproduktion

Die Deutsche-Post-Tochter Streetscooter hat nun auch für ihr Einstiegsmodell Work die Zulassung des Kraftfahrtbundesamts zur Produktion des Elektrolieferwagens in Großserie erhalten. Damit darf auch dieses Modell bei größeren Bestellungen im Inland und im EU-Ausland inklusive der Schweiz und Norwegen zugelassen werden. Die Genehmigung vereinfache auch die Zulassung von Streetscooter in Nicht-EU-Staaten, teilte die Deutsche Post mit.

Fresenius muss Akorn definitiv nicht übernehmen

Der Gesundheitskonzern Fresenius kann das leidige Thema Akorn endgültig zu den Akten legen. Der Delaware Supreme Court entschied wie schon zuvor die untergeordnete Instanz, dass das DAX-Konzern die 4,75 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme im April mit Verweis auf gravierende Verstöße des Akorn-Managements zu Recht aufgekündigt hatte. Gegen dieses Urteil ist keine Berufung mehr möglich. Damit ist die seit Monaten andauernde Hängepartie für Fresenius beendet.

Gerry Weber rutscht tief in die Verlustzone

Der strauchelnde Modekonzern Gerry Weber ist wie angekündigt in seinem Geschäftsjahr tief in die Verlustzone gerutscht. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie Beratungskosten von 63,3 Millionen Euro und außerplanmäßige Abschreibungen und Wertberichtigungen von 69,3 Millionen Euro ließen das EBIT im Geschäftsjahr 2017/18 auf einen Fehlbetrag von 148,1 Millionen Euro einbrechen, wie das Unternehmen aus Halle/Westfalen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Modehändler noch 10,3 Millionen Euro verdient.

BdB will Thema des freien Kapital- und Liquiditätsverkehrs wieder aufrufen

Der Bundesverband der deutschen Privatbanken (BdB) will weiter Druck machen, dass die Aufsichtsbehörden den Banken des Euroraums einen freien Kapital- und Liquiditätsverkehr ermöglichen. BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig sagte in Frankfurt: "Wir werden dieses Thema bei der Diskussion von Basel 4 wieder aufrufen." Die Argumente gegen Einschränkungen eines freien Kapital- und Liquiditätsverkehrs seien stark und würden sich letzten Endes durchsetzen.

ZF Friedrichshafen investiert in Saarbrücken 800 Millionen Euro

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Elektromobilität investiert ZF Friedrichshafen Milliardensummen in den Umbau der Werke und neue Produkte. Alleine in Saarbrücken, dem sogenannten Leitstandort der Getriebetechnologie des Konzerns, fließen in den kommenden vier Jahren 800 Millionen Euro. Damit werde der Standort "fit gemacht" für den Wandel von konventionellen hin zu elektrischen Pkw-Antrieben.

EU-Kommission sieht chinesische Firmen wie Huawei als Sicherheitsrisiko

Die EU-Kommission sieht chinesische Technologiefirmen als Sicherheitsrisiko. "Sollten wir uns wegen Huawei oder anderen chinesischen Unternehmen Sorgen machen?", fragte Vize-Kommissionspräsident Andrus Ansip in Brüssel. "Ja, ich denke, wir sollten besorgt sein." Denn die Unternehmen müssten bei der Entwicklung von Produkten "mit ihren Geheimdiensten zusammenarbeiten". Ihre Erzeugnisse könnten dann "Hintertüren" bekommen, damit chinesische Dienste Zugriff auf sie erhielten.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros

(END) Dow Jones Newswires

December 07, 2018 12:25 ET (17:25 GMT)

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