MÄRKTE EUROPA/Aktien geben nach - Schlagzeilenrisiko am Wochenende
29.08.2025 / 18:33 Uhr
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten ist es am Freitag nach unten gegangen. Nachdem DAX & Co der Wall Street auf dem Weg nach oben jüngst bereits nicht mehr hätten folgen können, drohten nun jenseits des Atlantiks Gewinnmitnahmen, hieß es mit Blick auf die schwächere Tendenz an den US-Börsen. Der DAX sank um 0,6 Prozent auf 23.902 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,8 Prozent auf 5.352 Punkte.
Marktteilnehmer warnten, am Wochenende drohe immer ein gewisses Schlagzeilenrisiko, weshalb einige Akteure auf Nummer sicher gegangen seien und Aktien verkauft hätten. Zum einen wurde auf die politische Instabilität in Frankreich verwiesen, zum anderen auf mögliche Bonitätsabstufungen durch die Ratingagenturen. Immer gut für Schlagzeilen sei außerdem US-Präsident Trump. In den USA machten Berichte über eine neue Welle von Zöllen die Runde, wobei Trump diese mit der nationalen Sicherheit rechtfertigen wolle.
Neue Inflationsdaten aus EU-Ländern wie auch aus den USA standen zwar im Fokus, sie bewegten letztlich aber wenig, weil sie nah an den Erwartungen ausgefallen waren. Damit wurden die Erwartung an eine Leitzinssenkung in den USA im September ebenso verstärkt, wie die an unverändert bleibende Zinsen in der Eurozone.
Entsprechend zog der Euro nach den US-Preisdaten an auf zuletzt 1,17 Dollar. Am Anleihemarkt stiegen die Renditen etwas, nachdem die Teuerung in Deutschland einen Tick über den Prognosen ausgefallen war. Wie bereits in den Vormonaten sei der Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland im August höher ausgefallen als sie erwartet habe, sagte Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa der DWS. Während die Inflation in Frankreich, Italien und Spanien leicht unter den Erwartungen geblieben sei, seien die Preise in Deutschland um 2,2 Prozent gestiegen - nach 2,0 Prozent im Juli.
Chipaktien unter Druck
Schwächster Sektor war der der Technologiewerte. Der Stoxx-Subindex verlor 1,8 Prozent. Marktbeobachter verwiesen auf das US-Chipunternehmen Marvell Technology, das mit seinem Ausblick für Enttäuschung gesorgt habe. Klares DAX-Schlusslicht waren Infineon mit einem Abschlag von 3,7 Prozent. Im TecDAX ging es für Aixtron um 2,6 Prozent abwärts und für Suss Microtec um 3,7 Prozent. In Brüssel verloren BE Semiconductor 3,9 Prozent, in Amsterdam ASML 2,7 und ASM International 3,7 Prozent.
Aktien britischer Banken litten unter Berichten über mögliche Abgabe auf deren Gewinne. Hintergrund ist die Suche der britischen Regierung nach Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen. Damit steht sie nicht allein. Auch in Italien und Polen gibt es schon länger ähnliche Pläne. Der Stoxx-Branchenindex der Banken gab um 0,9 Prozent nach. Lloyds verloren 3,4, Natwest 4,8 Prozent und Barclays 2,2 Prozent.
Gesucht waren Rüstungsaktien. Von der Vorstellung, dass es schon bald zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt kommen könnte, haben sich die Anleger verabschiedet. Derweil verzeichnet die EU-Kommission eine starke Nachfrage ihrer Mitgliedsstaaten nach günstigen Krediten für Verteidigungsausgaben, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte. Rheinmetall gewannen 3,2 Prozent und waren damit Tagessieger im DAX. Im MDAX ging es für Hensoldt um 3,4 und für Renk um 2,7 Prozent nach oben. In Mailand stiegen Leonardo um 0,8 Prozent.
Remy Cointreau profitierten nicht von einem nach oben revidierten Ergebnisziel. Aufgrund einer geringeren Zollbelastung als bislang erwartet, stellt der Getränkehersteller nun einen Rückgang des organischen Betriebsergebnisses von rund 5 Prozent in Aussicht nach zuvor einem mittleren bis hohen einstelligen Rückgang. Im Handel hieß es, dies sei zu erwarten gewesen, nachdem Präsident Trump den Zoll auf EU-Importe gesenkt habe. Der Kurs gab um gut 4 Prozent nach.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 5.351,73 -0,8% +10,2% Stoxx-50 4.554,67 -0,6% +6,3% Stoxx-600 550,14 -0,6% +9,1% XETRA-DAX 23.902,21 -0,6% +20,7% FTSE-100 London 9.216,82 k.A. +11,4% CAC-40 Paris 7.703,90 -0,8% +5,2% AEX Amsterdam 896,62 -0,8% +2,8% ATHEX-20 Athen 5.076,77 -1,2% +43,9% BEL-20 Bruessel 4.798,55 -0,5% +13,1% BUX Budapest 102.554,62 -1,2% +30,8% OMXH-25 Helsinki 4.922,82 -0,3% +14,4% ISE NAT. 30 Istanbul 11.288,05 k.A. +15,6% OMXC-20 Kopenhagen 1.571,75 -0,7% -24,7% PSI 20 Lissabon 7.760,08 -0,5% +22,4% IBEX-35 Madrid 14.935,80 -0,9% +30,0% FTSE-MIB Mailand 42.196,20 -0,6% +24,2% OBX Oslo 1.569,91 +0,7% +17,3% PX Prag 2.267,93 -0,6% +29,7% OMXS-30 Stockholm 2.625,70 -0,7% +6,5% WIG-20 Warschau 2.793,76 -1,2% +29,0% ATX Wien 4.614,36 -0,8% +27,0% SMI Zuerich 12.187,58 -0,3% +5,3% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 18:01 % YTD EUR/USD 1,1704 +0,2% 1,1679 1,1673 +12,8% EUR/JPY 171,97 +0,2% 171,63 171,58 +5,3% EUR/CHF 0,9360 -0,0% 0,9362 0,9360 -0,3% EUR/GBP 0,8663 +0,2% 0,8644 0,8638 +4,5% USD/JPY 146,93 -0,0% 146,95 146,99 -6,6% GBP/USD 1,3510 -0,0% 1,3510 1,3514 +8,0% USD/CNY 7,0898 +0,1% 7,0841 7,0872 -1,7% USD/CNH 7,1217 +0,0% 7,1201 7,1213 -2,9% AUS/USD 0,6545 +0,2% 0,6529 0,6530 +5,5% Bitcoin/USD 108.672,70 -3,0% 112.050,30 112.673,10 +18,4% ROHÖLL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,06 64,60 -0,8% -0,54 -10,1% Brent/ICE 68,13 68,62 -0,7% -0,49 -9,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3.445,65 3.414,28 +0,9% 31,37 +30,3% Silber 39,80 39,08 +1,9% 0,72 +35,3% Platin 1.161,42 1.167,49 -0,5% -6,07 +33,3% Kupfer 4,51 4,46 +1,1% 0,05 +9,8% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/gos
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