MORNING BRIEFING - USA/Asien

11.06.2021 / 08:02 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Australien, China, Hongkong und Russland bleiben die Börsen aufgrund eines Feiertages geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

In China ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das der Regierung mehr Instrumente gegen ausländische Sanktionen in die Hand gibt. Es ist eine Antwort auf Maßnahmen der USA und Europa, Peking in Bereichen wie Menschenrechten, Handel und Technologie unter Druck zu setzen. Das "Anti-Auslandssanktionen-Gesetz" wurde von hochrangigen Mitgliedern der chinesischen Legislative am Donnerstag in einem beschleunigten Verfahren verabschiedet, wie Staatsmedien berichten. Dort heißt es auch, es sei eine Ergänzung der gesetzlichen Möglichkeiten Pekings, sich gegen westlichen Druck zu wehren. Das Gesetz mandatiert die chinesische Regierung, Gegenmaßnahmen gegen ausländische Personen und Unternehmen zu verhängen, die China mit "diskriminierenden Restriktionen" unter Druck setzen. Zu den Instrumenten gehören etwa die Verweigerung oder der Widerruf von Visa, Ausweisungen, das Beschlagnahmen und Einfrieren von Vermögenswerten innerhalb Chinas, das Blockieren von Transaktionen und Kooperationen mit chinesischen Personen und Unternehmen sowie "andere notwendige Maßnahmen", die nicht spezifiziert werden.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-US 
    16:00 Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan 
          Juni (1. Umfrage) 
          PROGNOSE: 84,4 
          zuvor:    82,9 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

                          Stand   +/- % 
S&P-500-Indikation      4.242,00  +0,05% 
Nasdaq-100-Indikation  13.975,00  +0,03% 
Nikkei-225             28.974,24  +0,05% 
Hang-Seng-Index        28.864,28  +0,44% 
Kospi                   3.245,00  +0,63% 
Shanghai-Composite      3.596,73  -0,39% 
S&P/ASX 200             7.319,40  +0,23% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Etwas fester - Die Akteure an den ostasiatischen Börsen folgen den positiven Vorgaben der Wall Street - unter anderem mit einem neuen Rekordhoch des S&P-500-Index. Dass die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für Mai stärker als erwartet gestiegen sind, sorgt zwar für Bedenken bezüglich möglicher geldpolitischer Gegenmaßnahmen, zunächst überwiegt aber, dass dies vor allem auch ein Signal für eine starke Konjunktur ist. Zudem folgen viele Akteure offenbar den Einschätzungen der Notenbanken, dass der starke Preisanstieg nur vorübergehend sein wird. Der Stimmung zuträglich ist, dass in den USA die Marktzinsen nach den Preisdaten nicht wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre stiegen, sondern weiter zurückgingen. Unter den Einzelwerten berichten Marktteilnehmer in Seoul von Nachfrage nach Aktien aus dem als zyklisch geltenden Autosektor. Sekisui House büßen in Tokio nach dem Geschäftsjahresbericht 1 Prozent ein. In Hongkong profitieren BC Technology (+3,8%) von einer Platzierung neuer Aktien beim Staatsfonds GIC aus Singapur. Für die australische Domino's Pizza Enterprises geht es um 1,6 Prozent nach oben mit der Ankündigung einer Übernahme in Taiwan.

US-NACHBÖRSE

Das Restaurant- und Unterhaltungsunternehmen Dave & Buster's ist mit seinen Erstquartalszahlen am Donnerstag nachbörslich in den USA auf ein positives Echo gestoßen. Auf Nasdaq.com ging es für die Aktie um 4,2 Prozent nach oben. Mit einem Minus von 1,1 Prozent reagierte derweil die Aktie des Tierbedarf-Onlinehändlers Chewy auf den Quartalsbericht.

WALL STREET

INDEX                 zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA                34.466,24       0,06         19,10          12,61 
S&P-500              4.239,18       0,47         19,63          12,86 
Nasdaq-Comp.        14.020,33       0,78        108,58           8,78 
Nasdaq-100          13.960,35       1,05        145,40           8,32 
 
                               Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 888 Mio     940 Mio 
Gewinner             1.765        1.572 
Verlierer            1.558        1.751 
unverändert            158          162 
 

Fester - Der S&P 500 schloss knapp unter einem neuem Allzeithoch. Dass die US-Verbraucherpreise im Mai weiter stark und deutlicher als erwartet gestiegen sind, belastete nicht, obwohl dies die US-Notenbank früher als geplant zu einer Straffung der Geldpolitik bewegen könnte. Am Anleihemarkt sanken die Zinsen sogar weiter. Der Markt spielte stattdessen offenbar zunächst die Konjunkturkarte, wozu auch gut ausgefallen wöchentliche Arbeitsmarktdaten beitrugen. Gamestop brachen nach eigentlich guten Quartalszahlen um 27,2 Prozent ein. Allerdings stellte das Unternehmen, dessen Aktien in den ersten Wochen des Jahres für Schlagzeilen gesorgt hatte mit erratischen Kursbewegungen, auch eine stark gewinnverwässernde Platzierung von Aktien in Aussicht. Amazon stiegen um 2,1 Prozent, obwohl dem Unternehmen wegen der Nutzung von Kundendaten in der EU möglicherweise eine Strafe von mehr als 425 Millionen Dollar droht. Kursstützend dürfte aber ein besseres Rating durch S&P gewirkt haben. Starbucks (+0,7%) öffnet auf dem Heimatmarkt im Zuge der Lockerungen immer mehr Geschäfte und leidet nun unter Engpässen bei wichtigen Artikeln oder Zusatzstoffen.

US-ANLEIHEN

Laufzeit              Rendite   Bp zu VT    Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  0,14        0,0          0,14            2,8 
5 Jahre                  0,72       -2,9          0,75           35,9 
7 Jahre                  1,13       -2,7          1,16           48,4 
10 Jahre                 1,45       -3,8          1,49           53,3 
30 Jahre                 2,14       -3,4          2,17           48,8 

Am Anleihemarkt setzte sich die Abwärtsbewegung bei den Renditen fort, obwohl die Inflationsdaten eigentlich eine gegenteilige Reaktion hätten erwarten lassen. Marktbeobachter versuchten eine Erklärung dahingehend, dass sich der Markt immer mehr der Erwartung der US-Notenbank anschließe, dass der Inflationsdruck nur vorübergehend sein dürfte. An anderer Stelle wurde auf die derzeit im Überfluss vorhandene Liquidität verwiesen, die nach Anlage suche, was am Anleihemarkt sehr einfach sei. Spekuliert wurde auch darüber, dass sich Teilnehmer neu positionierten, nachdem ihre Erwartungen für den Anleihemarkt zuletzt wiederholt nicht eingetreten seien und die Renditen überraschend nicht stiegen sondern fielen. Die Rendite 10-jähriger Papiere fiel um 3,8 Basispunkte auf 1,45 Prozent.

DEVISEN

                 zuletzt      +/- %      00:00   Do, 9:32   % YTD 
EUR/USD           1,2187      +0,1%     1,2174     1,2161   -0,2% 
EUR/JPY           133,36      +0,2%     133,12     133,17   +5,8% 
EUR/GBP           0,8600      +0,1%     0,8588     0,8638   -3,7% 
GBP/USD           1,4172      -0,0%     1,4176     1,4078   +3,6% 
USD/JPY           109,43      +0,1%     109,35     109,51   +6,0% 
USD/KRW          1110,60      -0,2%    1112,61    1115,81   +2,3% 
USD/CNY           6,3881      -0,1%     6,3933     6,3890   -2,1% 
USD/CNH           6,3847      -0,0%     6,3865     6,3854   -1,8% 
USD/HKD           7,7593      -0,0%     7,7602     7,7595   +0,1% 
AUD/USD           0,7753      -0,0%     0,7754     0,7731   +0,7% 
NZD/USD           0,7189      -0,1%     0,7196     0,7172   +0,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        37.005,50      +0,9%  36.670,00  36.807,25  +27,4% 
 

Der Dollar zeigte sich nach den höheren Inflationsdaten wenig verändert. Der Dollar-Index gab moderat 0,1 Prozent nach, passend zu den überraschend weiter gesunkenen Renditen am Anleihemarkt.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

                 zuletzt  VT-Settl.      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex          70,15      70,29      -0,2%      -0,14  +44,6% 
Brent/ICE          72,39      72,52      -0,2%      -0,13  +41,2% 
 

Die Ölpreise stiegen leicht. Vor allem die Entscheidung der Opec, ihre Nachfrageprognosen unverändert zu lassen, stütze die Preise, hieß es. Die Blicke waren zudem auf die Atomgespräche mit dem Iran gerichtet, die am Donnerstag wieder aufgenommen wurden. Sollte es hier zu einer baldigen Einigung kommen, könnten wieder verstärkt iranische Ölexporte an dem Markt kommen, so Marktteilnehmer.

METALLE

                 zuletzt     Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)     1.899,85   1.897,80      +0,1%      +2,05   +0,1% 
Silber (Spot)      28,10      27,98      +0,4%      +0,12   +6,5% 
Platin (Spot)   1.157,15   1.155,20      +0,2%      +1,95   +8,1% 
Kupfer-Future       4,52       4,49      +0,7%      +0,03  +28,1% 
 

Der Goldpreis reagierte mit einem Plus von 0,5 Prozent auf die stark gestiegenen US-Verbraucherpreise. Zum einen war das Edelmetall als Inflationsschutz gesucht, zum anderen profitierte es von den gesunkenen Zinsen am Anleihemarkt, wodurch es relativ an Attraktivität gewinnt.

+++++ MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 20.00 UHR +++++

USA - FISKALPOLITIK

Das Haushaltsdefizit der USA ist in den ersten acht Monaten des Fiskaljahres auf einen Rekordwert von 2,1 Billionen US-Dollar gestiegen. Die Ausgaben sind weiterhin höher als die Steuereinnahmen, auch wenn diese steigen, während sich die Wirtschaft von den Schäden der Covid-19-Pandemie erholt. Die Bundeseinnahmen für den Achtmonatszeitraum von Oktober bis Mai stiegen um 29 Prozent auf einen Rekordwert von 2,6 Billionen Dollar, vor allem aufgrund höherer Einnahmen aus der Einkommenssteuer für Privatpersonen und Unternehmen.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/err/gos

(END) Dow Jones Newswires

June 11, 2021 02:02 ET (06:02 GMT)

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